Verbren­nungs­luft und Lüftung beim Ofen

Termin:

Beitragskategorie:

Ofenratgeber

Erstellungsdatum:

31.10.2022

Feuer benötigt Luft

Bevor Sie sich einen Kamin oder Ofen anschaffen, sollten im Vorfeld wichtige Fragen geklärt werden: Wie groß ist der Aufstellraum der Feuerstätte? Ist ausreichend Verbrennungsluft vorhanden? Erfolgt der Einbau im Neubau oder Altbau? Wie dicht ist das Gebäude?  Ist eine Lüftungsanlage installiert?

Wir unterscheiden grundsätzlich zwischen raumluftunabhängig und raumluftabhängig

Ein Kaminofen, der raumluftunabhängig betrieben wird, entnimmt die für die Verbrennung erforderliche Luft nicht dem Raum. Das Feuer des Kaminofens wird von außen über einen Luftkanal mit ausreichend Frischluft versorgt.

So funktioniert ein Kaminofenraumluftunabhängig

In der Regel wird das Feuer in einem Kaminofen mit Luft aus dem Raum versorgt, in dem der Kaminofen steht. Die immer dichtere Bauweise von modernen Wohngebäuden kann allerdings dazu führen, dass für den Betrieb einesKaminofen nicht genügend frische Luft zur Verfügung steht. Um die Luftversorgung sicherzustellen bedarf es eines Luftkanals, der das Kaminofenfeuer mit Luft versorgt. Bei Neubauten und Gebäudesanierungen sollte diese externe Luftzuführung bereits in der Planungsphase berücksichtigt werden.(Quelle: Hase.de)

Raumluftunabhängig - Verbrennungsluft von außen ist empfehlenswert, wenn folgende Faktoren zutreffen:
  • Neubau- vor allem bei sehr dichter Bauweise wie Holzhaus/Fertighaus
  • Raumgröße zu klein
  • Lüftungsanlage oder/und mechanische Abluftventilator im Haus
Altbau oderNeubau?

Sofern der Aufstellraum der Feuerstätte groß genug ist, wird das Feuer in der Regel mit Luft aus dem Wohnraum versorgt. Nun muss man allerdings unterscheiden, ob es sich um einen Altbauo der Neubau handelt. Gemäß der Feuerungsanlagenverordnung gilt: Feuerstätten benötigen zum einwandfreien und gefahrlosen Betrieb proinstalliertes kW Heizleistung 4m³ Luft/Stunde. Somit werden im konventionellen Altbau ca. 4m³/kW/h Heizleistung verbraucht. Im Altbau wurde dabei mit dem sogenannten Fugendurchlasskoeffizienten die Leckage-Rate der Fensterfugen mitberücksichtigt und berechnet.

Ein Neubau ist dagegen nach der aktuellen Energieeinsparverordnung EneV wesentlich dichter ausgeführt. Diese absolut dichte Bauweise wird in der heutigen Zeit durch den Blower-Door-Test belegt. Hier wird die Haustüre abgeklebt und mit einem Gebläse ein Rauch in das Haus geblasen. Anhand eines Druckdiagramms wird die Leckage-Rate vom Gebäude gemessen. Der Anspruch hier ist also ein besonders dichtes Haus!

Hier kann ohne mechanisches und zusätzliches Fensterlüften viel weniger bis gar keine Luft mehr nachströmen, zusätzlich muss der Luftbedarf erhöht werden. Im behaglichen und gesunden Wohnraum geht man von einem 0,5-Luftwechsel pro Stunde aus. Das heißt, dass das komplette Luftvolumen im Gebäude alle 2 Stunden durch Fensterlüftung oder kontrollierte Wohnraumlüftung erneuert werden sollte. Deshalb wird obige Berechnung von 4m²/h mit Faktor 2 = 8 m³/h/kW multipliziert (aufgrund0,5-facher Luftwechsel/h).

Diese dichte Bauweise von Wohngebäuden kann auch dazu führen, dass für den Betrieb eines Kaminofens nicht genügend Luft zur Verfügung steht. Um die Luftversorgung sicher zu stellen, können fast alle Kaminöfen mit einer eigenen Luftleitung mit Verbrennungsluft von außen versorgt werden.

Rechenbeispiel

Altbau: Kaminofen/Kachelofen mit 7kW Heizleistung x 4m³/h= 28m³/h. Bei einer durchschnittlichen Raumhöhe von 2,45m entspricht dies einerRaumgröße von ca. 12m² (jedoch ohne Reserve!)

Neubau: Kaminofen/Kachelofen mit 7kW Heizleistung x 4m³/h= 28m³/h x Faktor 2 = 56m³/h. Bei einer durchschnittlichen Raumhöhe von 2,45mentspricht dies einer Raumgröße von ca. 23m² (jedoch ohne Reserve!)

Ist der Aufstellraum so groß wie oben beschrieben, sind die gesetzlichen Vorgaben erfüllt. Zur Sicherheit empfiehlt sich aber immer der Rat eines Ofenbaumeisters. Besprechen Sie auch Ihr Vorhaben mit dem zuständigen Schornsteinfegermeister. Nur beide Fachmänner können Ihnen den ordnungsgemäßen und sicheren Betrieb zusichern.

Reicht das Raumvolumen/Größe nicht aus, bzw. ist der Raum kleiner als oben beschrieben, dann muss eine externe Verbrennungsluftversorgung hergestellt werden - sonst nicht zwingend. Im Neubau empfehlen wir bei jeder Anlage eine Verbrennungsluftversorgung von außen, wenn diese einfach installiert werden kann. Diese Luftversorgung ist möglich über einen Flachkanal im Estrich, einen Luftschacht über die Keller-Außenwand oder über den Schornstein. Informieren Sie sich dazu am besten frühzeitig bei Ihrem Ofenbaumeister!

Empfehlung Verbrennungsluftversorgung:

1. Die klassische Verbrennungsluftversorgung waagrecht auf dem Betonboden oder unter der Geschoßdecke funktioniert am besten, da fast keine Widerstände in der Leitung auftreten.

  • Flachkanal unter dem Estrich in der Dämmebene (ggf. Kältebrücke am Übergang zur Außenwandbeachten). Format: ca. 50 x 220mm oder 50 x 330mm (je nach Ofenleistung/-typ)oder
  • Wickelfalzrohrin darunter liegendem Geschoß an der Decke mit Reinigungs- und Kontrollöffnungim Gefälle nach außen, gegen Kälte isoliert.

 

2. LAS-Schornstein (Luft-Abgas-Schornstein): hier holt sich die Feuerstätte die Verbrennungsluft aus dem Ringspalt im doppelwandigen Kaminmantelstein. Achtung: Die Abgassäule muss immer erst mit einem massivenTemperaturanstieg hochgeheizt werden, damit diese mindestens so viel Auftrieberzeugt, um die nötige Verbrennungsluft über einen kleinen schmalen Ringspalt mit viel Widerstand nach unten zu „saugen“. D.h. der tägliche Anheizvorgang ist schwieriger, als bei der Lösung mit der waagrecht liegenden Verbrennungsluftleitung.

 

3. Schornstein mit Thermoluftzug: Die Ausführung ist wie beim LAS-Kamin, aber der Thermoluftzug verfügt über mehr Zuluft Volumen aufgrund des Querschnitts. Achtung: Im Ruhedruck / Ruhephase des Schornsteins (kein Ofenbetrieb) zieht der Thermoluftzug aufgrund der Temperaturunterschiede ebenso wie der Rauchgasschornstein auch nach oben - also in die falsche Richtung! Solange dieser Schacht nicht in Betrieb ist, verhält er sich wie ein gewöhnlicher Schornstein. Erst durch das Hochheizen des Abgasrohrs und des sicher durch das Heizen erhöhenden Schornsteinzugs entwickelt sich Auftrieb, der die Thermik im Luftzug umdreht und nach unten zieht. Besonders in der Anheizphase ist dies ggf. sehr langwierig und träge. Ein mühsames Anheizen ist oft die Folge.

Raumluftabhängig – Wenn der Ofen seine Verbrennungsluft aus dem Raum bezieht

Die Verbrennungsluft vom Raum ist ausreichend, wenn folgende Faktoren zutreffen:
  • Altbau/Bestandmit normalen Fenster (2-fach verglast)
  • Raumgröße mindestens z.B. 20 m² bei 5 KW Ofen-Wärmeleistung
  • Ein Bestandsofen bisher einwandfrei funktionierte
  • Keine Wohnraumlüftung oder sonstige mechanische Abluftventilatoren installiert

Achtung! Beim Einbau neuer Fenster mit 3-fach Verglasung und/oder sehr dichten Türenkann sich das Verbrennungsluftverhältnis negativ verändern!

Wie wird dieVerbrennungsluft nach Außen geleitet?
Möglichkeiten:

1. Verbrennungsluftleitungdirekt nach außen auf kürzestem Wege

a. Isolierte Rohrleitung (DN100-150mm) mit Revisionsöffnung und Gefälle nach außen über Kellerdecke in Außenwand/Lichtschacht; ggf. auch als Flachkanal mit geringerer Aufbauhöhe. Auf großen Querschnitt und kürzesten Weg ohne viel Richtungsänderungen (keine 90° Bögen)achten. Vorteil: Leitung ist einsehbar und leicht zu reinigen; jederzeit zugänglich und vor allem mit optimalen Leitungsquerschnitt ohne größere Widerstände. Nachteil: Platzbedarf

b. Flachkanal im Fußbodenaufbauin Dämm-Ebene vor Estricheinbringung: Format ca. 50x250mm oder 50x300mm (je nachOfengröße/Typ). Vorteil: dann so ausführen, wenn Rohrleitung im Keller nicht möglich ist. Nachteil: geringe Kältebrücke im Bereich der Außenwand. Kannjedoch vernachlässigt werden, da die kalte Verbrennungsluft nur strömt, wenn der Verbrennungsluftschieber während des Abbrands geöffnet ist – also nur pro Abbrand für ca. 1 Stunde. Bei geschlossenem Luftschieber steht die Luftschicht in der Leitung.

c. LAS-Schornstein (Luft-Abgas-System)

Vorteil: einfachster Anschluss, Nachteil: die Verbrennungsluft muss vom Kaminkopf viele Meter erst nach unten strömen, bevor sie dann durch die Brennkammer und später als Abgas wieder im Kamin nach oben zieht. Das heißt, dass der Schornstein erst so vorgeheizt werden muss damit der so viel mehr Unterdruck erzeugt, um diese Luft nach unten zu ziehen. (Im Ruhedruck zieht diese Luft ebenso wie der Kaminzug nach oben; also in die verkehrte Richtung). Das System ist zugelassen, es funktioniert; jedoch ist der Anzündvorgang jeden Tag beschwerlicher als bei Punkt a. und b. Unsere Empfehlung: nur wenn vorige Punkte nicht möglich sind!

Möglichkeiten der Verbrennungsluftsteuerung:

1.     Handbedient (Standard)

Mittlerweile ist die Verbrennungsluftsteuerung bei den topmodernen Heizeinsätzen so ausgefeilt, dass es für den Betreiber ganz einfach ist:

Anzünden und während des gesamten Abbrandes: Luftschieber ganz AUF!

Sobald die Flammen von sich aus erloschen sind und nur noch Glut im Ofen ist: Luftschieber ZU! So machen Sie schon ca. 80% richtig. Die letzten 20% sind Feintuning, mit denen Sie sich beschäftigen können aber nicht müssen. Dafür gibt es eine elektronische Ofensteuerung.

 

2.     Elektronische Ofensteuerung

Die perfekte Abbrandkontrolle. Einfach Holz einlegen, anzünden und warten bis allesunter Feuer steht. Danach die Türe schließen und ab diesem Zeitpunkt übernimmt die Ofensteuerung als Computer den bestmöglichen und saubersten Abbrand. Sie misstdie Zeit und Temperatur und stellt dazu die richtige Luftmenge ein. Auch sehr wichtig ist hierbei, dass der Verbrennungsluftschieber nach Beendigung des Abbrandes so bald wie möglich geschlossen und somit die erzeugte Wärme bestmöglich im Ofen verbleibt und gespeichert wird.

Das System der elektronischen Ofensteuerung ist nicht neu, sondern es funktioniert einwandfrei bereits seit 1994. Es wird regelmäßig verbessert und ist nicht wartungsintensiv. Bei Stromausfall öffnet sich der Luftschieber, somit ist ein Weiterbetrieb jederzeit möglich – auch ohne Automatik.

Der größte Vorteil: Sobald das Feuer brennt, kann man den Ofen sich selbst überlassen und auch das Haus verlassen. Kommt man nach etwa 5 Std. wieder nach Hause, ist das Feuer optimal runter gebrannt und die Wärme ist weiterhin im Ofengespeichert.

Fazit: Die elektronische Ofensteuer vereinfacht das Heizen und sorgt für optimale Wärme, ohne dass Sie ständig den Ofen kontrollieren müssen. So wie jede Solaranlage und jede Heizung elektronisch geregelt ist.

Lüftungsanlage / Dunstabzug

Regelmäßiges Lüften ist wichtig für ein gutes Raumklima und hohe Luftqualität im Haus. Dies ist vielleicht nicht immer möglich. Abhilfe schafft dann eine eingebaute Lüftungsanlage. Sie sorgt für Frischluft und somit für ein gutes Raumklima im Haus. Außerdem verhindert sie zu dem Feuchtigkeitsbildung und beugt Schimmelbildung vor. Nicht nur aus Gründen der Lebensqualität ist ein ausreichender Luftaustausch anzustreben. In Neubauten ist ein Lüftungskonzept nach DIN 1946-6 sogar gesetzlich vorgeschrieben. Die Gründe hierfür sind unter anderem die nahezu luftdichte Bauweise und moderne Fenster.

Sie haben eine Lüftungsanlage im Haus?

Bei gleichzeitigem Betrieb eines Kaminofens und einer Lüftungsanlage oder Dunstabzugshaube könnten durch Unterdruck gefährliche Rauchgase in den Wohnraumgelangen. Um dem vorzubeugen dürfen in Räumen mit Be- und Entlüftungen nur raumluftunabhängige Kaminöfen betrieben werden. Sie brennen sicher und unabhängig von den Druckverhältnissen der Raumluft. Zudem zeichnen sie sichdurch eine hohe Dichtheit, eine selbsttätig schließende Feuerraumtür und einen Verbrennungsluftanschluss aus. Ist zusätzlich zur Wohnungslüftungsanlage eine Dunstabzugshaube mit Abluft in Betrieb, ist diese mit einer weiteren Sicherheitseinrichtung, z.B. mit einem Fensterkontaktschalter, abzusichern. (Quelle: hase.de)

Bei einer Lüftungsanlage in Verbindung mit Ofen müssen bestimmte Punkte beachtet werden:

Problem Ofen und Lüftungsanlage

Lüftungsanlagen und Dunstabzugshauben mit Außenanschluss arbeiten mit Unterdruck – ebenso wie Ofen, Kamin und Kachelofen, die so ihre Rauchgase über den Schornstein nach außen ableiten. Die Geräte können sich dabei in ihrer Wirkungsweis gegenseitig beeinträchtigen, d.h. es besteht die Gefahr, dass Rauchgase aus der Feuerstätte in den Wohnraum gezogen werden. In Wohnräumen mit Lüftungsanlagen sind deshalb besondere Schutzvorkehrungen vorgeschrieben.

Das Gesetz gibt vor „Im Aufstellraum einer Feuerstätte darf kein gefährlicher Unterdruck von mehr als 4 Pascal entstehen!“

Dies betrifft jegliche, mechanische Abluftvorrichtung in der Nutzungseinheit mit Abluft nach Außen. Nutzungseinheit ist die gesamte Wohneinheit, dazu zählen auch Keller oder Speicher - egal wie weit das Bauteil vom Ofen/Kamin entfernt ist, wie z.B.:

  • KWL (Kontrollierte Wohnraumlüftung) - zentral oder dezentral
  • WC-Lüfter
  • Bad-Lüfter für Entfeuchtung
  • Abluft-Wäschetrockner
  • Zentrale Staubsauganlagen mit Abluft nach außen
  • Dunstabzug (siehe extra Punkt)

 

Was ist zu tun?

Hier gibt es verschiedene Möglichkeiten

  • Unterdruckwächter: Überprüfung Aufstellraum/Außen
  • Unterdruckwächter: Überprüfung Aufstellraum/Schornsteinanschluss
  • Temperaturverriegelung von beidseitigem Betrieb(Lüfter/Ofen)
  • Nachweisführung, dass kein gefährlicherUnterdruck entstehen kann
  • 4-Pascal-Messung als Nachweis (wie TÜV-Prüfungdurch den Kaminkehrer)
  • DIBT-Feuerstätte

 

Unterdruckwächter: Überprüfung Aufstellraum/Außen

Die günstigste Lösung der Unterdrucküberwachung. Der Druckwächter (z.B. BROKO) wird irgendwo im Aufstellraum der Feuerstättemontiert (z.B. im Wohnzimmerschrank, Küchenoberschrank, etc). Von diesem verläuft ein Unterdruckschlauch mit 8mm nach Außen ins Freie. Ergänzt mit einem Funk-Temperatursensor (Batterie) wird dieser Unterdruckwächter erst dann aktiv geschaltet, wenn die Feuerstätte beheizt wird und mehr als 40 ° Celsius erreicht. Jetzt folgt ein ständiger Druckabgleich vom Wohnraum/Aufstellraum der Feuerstätte nach Außen. Verursacht die Lüftungsanlage oder ein Lüfter einen höheren Unterdruck, so schaltet der Druckwächter den Verursacher aus.

 

Nachteil:

  • Störanfällig, da bei starken Wind oder Türknallen leicht mehr als 4 Pascal Druckdifferenz vorkommen können
  • Notwendig: Leitung in die Aussenwand, Stromzuleitung zu Druckwächter, Funkempfänger für Lüftung, Funklösung

 

Unterdruckwächter: Überprüfung Aufstellraum / Schornsteinanschluss

Optimale Lösung, wie z.B. Leda LUC 02: Der Druckwächterwird nur dann scharf geschaltet, wenn die Abgastemperatur der Feuerstätte durch das Anheizen auf mehr als 40 °Celsius steigt. Ab diesem Zeitpunkt misst derDruckwächter ständig die Druckdifferenz vom Display (im Aufstellraum des Ofens,maximal 7 Meter entfernt) zum Rauchrohreintritt in den Schornstein. Dies stellt den sichersten und stabilsten Zustand her, da die Überwachung den Verursacher (die Lüftung) nur dann ausschaltet, wenn wirklich gefährliches Abgas aus dem Schornstein austreten würde.

Notwendig

  • Spezial-Unterputzkasten in der Nähe vom Ofen; von dort aus Leerrohr (max. 7mtr) zum Rauchrohreintritt in den Schornstein,sowie Leerrohr von UP-Kasten zum Verteilerschrank-Sicherungskasten der Wohneinheit,von der aus die Lüftung geschaltet wird.

Achtung! Sind mehrere Lüftereinheiten verbaut, so sindalle auf eine Steuerleitung zu legen, damit diese zentral abgeschaltet werdenkönnen.

 

Temperaturverriegelung von beiderseitigem Betrieb (Lüfter/Ofen)

Am Ofen wird ein Temperaturfühler montiert. Dieser blockiert die Stromzuleitung beim Heiz-Ofenbetrieb.

Achtung! Lüfter sind so lange nicht in Betrieb, wie der Ofen warm ist.

 

Nachweisführung, dass kein gefährlicher Unterdruck entstehen kann

Der Ersteller bzw. Erbauer vom WC-Lüfter liefert diesen Nachweis.

Beispiel: Der WC-Lüfter hat die Luftleistung von 30m³/Stunde und wird aktiviert beim Einschalten vom Licht. Nachlaufzeit nach Verlassen der Toilette 5 Minuten. Aufgrund der durchschnittlichen Benützungszeit kann von einem Luftvolumenbedarf von ca. xxx m³ Luft ausgegangen werden. Aufgrund der Kubatur vom Gebäude ist ausreichend Luft vorhanden und davon ausgegangen werden kann, dass kein gefährlicher Unterdruck entsteht. Dies kann nur der Schornsteinfeger entscheiden.

 

4-Pascal-Messung

Der Nachweis wie oben aufgeführt und auch alle anderen Unterdruckverursacher können mit einer 4-Pascal-Messung geprüft, belegt undauch gestattet werden. Diese Möglichkeit sieht der Gesetzgeber vor. Fragen Sie bitte hierzu Ihren Kaminkehrer. Nicht alle führen diese Messung durch, müssen ein positives Ergebnis jedoch akzeptieren.

Hier wird der Worst-Case-Fall angenommen: alle Fenster und Türen geschlossen, Lüfter auf maximale Leistung. In mehreren 5-minütigen Intervallen wird der Unterdruck vom Aufstellraum der Feuerstätte in Abgleich mit dem Druckverhältnis außen gemessen. Dieser muss dauerhaft weniger als 4 Pascal aufweisen. Ist dies der Fall, wäre der gemeinsame Betrieb möglich.

 

DIBT-Feuerstätte

Viele Hersteller haben aufgrund der Problematik mit den Lüftungsanlagen Ihre Öfen auf besondere Dichtheit prüfen lassen. Hierzu hat das Deutsche Institut für Bau Technologie eine Prüfnorm entwickelt, nachdem die Hersteller verschiedene Kriterien zu erfüllen haben.

 

Alle Kaminöfen sind bis zu einer Druckdifferenz von 4 Pascal druckdicht. Alle DIBT-Öfen müssen eine Druckdichtheit von bis zu 8 Pascal erfüllen, da der Lüftungsanlagenhersteller lt. seiner DIN-Norm den maximalen Unterdruck von diesen 8 Pascal im Wohnraum nicht überschreiten darf. Dafür wurde dies entwickelt und auch viele Geräte dieser sehr teuren Prüfnorm unterzogen.

Das Problem ist jedoch nun, dass der Lüftungsbauer/Hersteller zusätzlich nachweisen muss, dass in diesem Gebäude kein höherer Unterdruck als die geforderten 8 Pascal auftreten können. Dies wäre unter Umständen bei Filterverschmutzung, nicht korrekt eingemessener Lüftungsgitter der Fall. Zudem muss die Feuerstätte regelmäßig und mindestens jährlich auf besondere Dichtheit durch eine Fachfirma geprüft werden. Aus diesem Grunde fordern die meisten Schornsteinfeger zusätzlich einen Druckwächter.

 

Fazit: Unterm Strich würde in den nächsten 6-8Jahren die regelmäßige Wartung, sowie der Mehrpreis einer DIBT-Prüfung vom Hersteller mindestens genauso viel kosten, wie der Einbau eines Druckwächters mit der Ofenmontage. Der Vorteil vom Druckwächter ist, dass zu jedem Zeitpunkt Ihr Wohnraum überwacht wird und kein Schaden entstehen kann.

 

 Wenn der Druckwächter pfeift und einen Fehler signalisiert:
  • Unterdruckmessschlauch im Abgasrohr ist verschmutzt - bitte Kundendienst / Reinigung durchführen lassen
  • Filter der Lüftungsanlage sind verschmutzt - Filter tauschen
  • Wenn es draußen noch nicht zu kalt ist: der Schornstein zieht am Anfang beim Einheizen zu wenig. Erst wenn das Feuer richtig brennt steigt der Unterdruck im Rauchgasrohr und beendet die Fehlermeldung
  • Wenn er pfeift - Fenster öffnen

 

Zusammengefasst haben Sie bei einer Lüftungsanlage folgende Möglichkeiten

Was ist bei einem Dunstabzug zu beachten?

Bläst der Dunstabzug in der Küche die Abluft nach außen, so muss dieser gesichert werden, damit ein gemeinsamer Betrieb von Dunstabzugund Ofen/Kamin nicht möglich ist. Dies gilt in der gesamten Nutzungseinheit, d.h. in alle Räumen innerhalb einer Wohnung/Haus. Auch wenn sich die Feuerstätte im Wohnzimmer und die Küche hinter mehreren Türen in einem anderen Geschoß befindet.

Egal ob Dunstabzugshaube, Muldenlüfter, Bora oder ähnliches. Es zählt nur, ob die Raumluft durch Umluftbetrieb im Wohnraum verbleibt, oder nach Außen geblasen wird.

 

Dunstabzug mit Abluft nach Außen

Einzig vernünftige Möglichkeit: Funk-Fensterkontaktschalter

Der Dunstabzug bekommt nur Strom zugeschaltet, wenn ein umliegendes Fenster leicht gekippt wird. Dabei muss es nicht geöffnet werden; oft reicht ein kleiner Spalt.

 

Hier kommt oft die Frage: „Muss ich dann im Winter das Fenster kippen, auch wenn es kalt rein zieht?“ Antwort: "Ja!"

Wenn Sie sich für dieses Lüftungsprinzip entscheiden, macht es lüftungstechnisch nur Sinn, dass geruchsbelastete Luftaus dem Wohnraum entsorgt und durch frische Luft ersetzt wird. Den Dunstabzug bei geschlossenem Fenster einzuschalten vermittelt das Gefühl der Funktion, jedoch bringt die Ablufthaube nicht den geringsten Erfolg. Es kann keine Luft nach aussen geleitet werden, wenn bei einem dichten Gebäude keine Luft nachströmen kann.

 

Alternativ gibt es die Möglichkeit Dunstabzug im Umluftprinzip

Wenn Sie am Herd kochen und braten werden Fette freigesetzt, die Sie riechen. Mittlerweile gibt es eine sehr gute Filtertechnik, welche diese geruchsbehafteten Bestandteile in der Luft filtern und binden. In der Regel können diese Filter dann auch ganz einfach in der Spülmaschine gereinigt werden.

 

Noch ein kleiner – aber nicht ganz unwichtiger – Hinweis:

Im modernen Wohnbau wird beim Wärmebedarf von Gebäudeteilen und Heizungstechnik mit der dritten Stelle hinter dem Komma gerechnet. Ein Blower-Door-Test besiegelt, dass das Gebäude optimal dicht ist - nach der aktuellen und neuesten Energieeinsparverordnung.

Da ist es nicht wirklich vorteilhaft, wenn ein Abluft-Dunstabzug mit einer üblichen Leistung von oft mehr als 800-1000m³Luftleistung/Stunde binnen weniger Minuten den gesamten Wärmebedarf vom Gebäude völlig aus dem Gleichgewicht bringt. So fungiert der Dunstabzug mehr als „Energievernichtungsmaschine“, was vor allem in der jetzigen Zeit mehr als unsinnig erscheint.

Porträt des Geschäftsführers Stefan Soutschek der Soutschek GmbH

Stefan Soutschek

Hi, ich bin der Geschäftsführer von Soutschek Ofenfeuer und Inhaltsredakteur. Ich hoffe, dass Sie viele nützliche Informationen aus unseren Artikeln erhalten. Bei weiteren Fragen bin ich gerne jederzeit für Sie erreichbar!

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