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Ofen und Lüftungsanlage

Ofen, Verbrennungsluft, Lüftungsanlage – Das ist zu beachten!

Sie planen die Anschaffung eines Kamins bzw. Kaminofens?

Dann sollten Sie vorab grundsätzliche Fragen klären – ist das Haus ein Neubau oder Altbau? Wie groß ist der Raum? Ist eine Lüftungsanlage installiert?

Ein Kamin bzw. Kaminofen muss ausreichend mit Verbrennungsluft versorgt werden. Sofern der Aufstellraum der Feuerstätte groß genug ist, wird das Feuer i.d.R. mit Luft aus dem Raum versorgt. Nun muss man allerdings unterscheiden, ob es sich um einen Altbau oder Neubau handelt. Gemäß der Feuerungsanlagenverordnung gilt:

Feuerstätten benötigen zum einwandfreien und gefahrlosen Betrieb pro installiertes kW Heizleistung 4m³ Luft/Stunde. Somit werden im konventionellen Altbau ca. 4m³/kW/h Heizleistung verbraucht. Im Altbau wurde dabei mit dem sogenannten Fugendurchlasskoeffizienten die Leckage-Rate der Fensterfugen mit berücksichtigt und berechnet.

Ein Neubau ist dagegen nach der aktuellen Energieeinsparverordnung EneV wesentlich dichter ausgeführt. Somit kann ohne mechanisches und zusätzliches Fensterlüften viel weniger bis gar keine Luft mehr nachströmen und der Luftbedarf muss erhöht werden. Im behaglichen und gesunden Wohnraum geht man von einem 0,5-Luftwechsel pro Stunde aus. Das heißt, dass das komplette Luftvolumen im Gebäude alle 2 Stunden durch Fensterlüftung oder kontrollierte Wohnraumlüftung erneuert werden sollte. Deshalb wird obige Berechnung von 4m²/h mit Faktor 2 = 8 m³/h/kW multipliziert (aufgrund 0,5-facher Luftwechsel/h).

Die dichte Bauweise von Wohngebäuden kann auch dazu führen, dass für den Betrieb eines Kaminofens nicht genügend Luft zur Verfügung steht. Um die Luftversorgung sicherzustellen, können fast alle Kaminöfen mit einer eigenen Luftleitung mit Verbrennungsluft von außen versorgt werden.


Rechenbeispiel:
Altbau: Kaminofen/Kachelofen mit 7kW Heizleistung x 4m³/h = 28m³/h. Bei einer durchschnittlichen Raumhöhe von 2,45m entspricht dies einer Raumgröße von ca. 12m² (jedoch ohne Reserve!)
Neubau: Kaminofen/Kachelofen mit 7kW Heizleistung x 4m³/h = 28m³/h x Faktor 2 = 56m³/h. Bei einer durchschnittlichen Raumhöhe von 2,45m entspricht dies einer Raumgröße von ca. 23m² (jedoch ohne Reserve!)

Ist der Aufstellraum so groß wie oben beschrieben, sind die gesetzlichen Vorgaben erfüllt. Zur Sicherheit empfiehlt sich aber immer der Rat eines Ofenbaumeisters. Besprechen Sie auch Ihr Vorhaben mit dem zuständigen Schornsteinfegermeister. Nur beide Fachmänner können Ihnen den ordnungsgemäßen und sicheren Betrieb zusichern. Reicht das Raumvolumen/Größe nicht aus, bzw. ist der Raum kleiner als oben beschrieben, dann muss eine externe Verbrennungsluftversorgung hergestellt werden - sonst nicht zwingend.

Im Neubau empfehlen wir bei jeder Anlage eine Verbrennungsluftversorgung von außen, wenn diese einfach hergestellt werden kann. Diese Luftversorgung ist möglich über einen Flachkanal im Estrich, einen Luftschacht über die Keller-Außenwand oder über den Schornstein. Informieren Sie sich dazu am besten frühzeitig bei Ihrem Ofenbaumeister!

 

   was kostet Kaminofen


Empfehlung Verbrennungsluftversorgung

1. Die klassische Verbrennungsluftversorgung waagrecht auf dem Betonboden oder unter der Geschoßdecke funktioniert am besten, da fast keine Widerstände in der Leitung auftreten.

  • Flachkanal unter dem Estrich in der Dämmebene (ggf. Kältebrücke am Übergang zur Außenwand beachten). Format: ca. 50 x 220mm oder 50 x 330mm (je nach Ofenleistung/-typ) oder
  • Wickelfalzrohr in darunterliegendem Geschoß an der Decke mit Reinigungs- und Kontrollöffnung im Gefälle nach außen, gegen Kälte isoliert.

2. LAS-Schornstein (Luft-Abgas-Schornstein):

Hier holt sich die Feuerstätte die Verbrennungsluft aus dem Ringspalt im doppelwandigen Kaminmantelstein. Achtung: Die Abgassäule muss immer erst mit einem massiven Temperaturanstieg hochgeheizt werden, damit diese mindestens so viel Auftrieb erzeugt, um die nötige Verbrennungsluft über einen kleinen schmalen Ringspalt mit viel Widerstand nach unten zu „saugen“. D.h. der tägliche Anheizvorgang ist schwieriger/mühsamer, als bei der Lösung mit der waagrecht liegenden Verbrennungsluftleitung.

3. Schornstein mit Thermoluftzug:

Die Ausführung ist wie beim LAS-Kamin, aber der Thermoluftzug verfügt über mehr Zuluftvolumen aufgrund des Querschnitts. Achtung: Im Ruhedruck / Ruhephase des Schornsteins (kein Ofenbetrieb) zieht der Thermoluftzug aufgrund der Temperaturunterschiede ebenso wie der Rauchgasschornstein auch nach oben - also in die falsche Richtung! Solange dieser Schacht nicht in Betrieb ist, verhält er sich wie ein gewöhnlicher Schornstein. Erst durch das Hochheizen des Abgasrohrs und des sicher durch das Heizen erhöhenden Schornsteinzugs entwickelt sich Auftrieb, der die Thermik im Luftzug umdreht und nach unten zieht. Besonders in der Anheizphase ist dies ggf. sehr langwierig und träge. Ein mühsames Anheizen ist oft die Folge.


Ist in Ihrem Haus eine Lüftungsanlage installiert?

Regelmäßiges Lüften ist wichtig für ein gutes Raumklima und hohe Luftqualität im Haus. Dies ist vielleicht nicht immer möglich. Abhilfe schafft dann eine eingebaute Lüftungsanlage. Sie sorgt für Frischluft und somit für ein gutes Raumklima im Haus. Außerdem verhindert sie zudem Feuchtigkeitsbildung und beugt Schimmelbildung vor.

Nicht nur aus Gründen der Lebensqualität ist ein ausreichender Luftaustausch anzustreben. In Neubauten ist ein Lüftungskonzept nach DIN 1946-6 sogar gesetzlich vorgeschrieben. Die Gründe hierfür sind unter anderem die nahezu luftdichte Bauweise und moderne Fenster.

Problem Ofen und Lüftungsanlage

Lüftungsanlagen und Dunstabzugshauben mit Außenanschluss arbeiten mit Unterdruck – ebenso wie Ofen, Kamin und Kachelofen, die so ihre Rauchgase über den Schornstein nach außen ableiten. Die Geräte können sich dabei in ihrer Wirkungsweise gegenseitig beeinträchtigen, d.h. es besteht die Gefahr, dass Rauchgase aus der Feuerstätte in den Wohnraum gezogen werden. In Wohnräumen mit Lüftungsanlagen sind deshalb besondere Schutzvorkehrungen vorgeschrieben.


Es gibt verschiedene Lösungsvorschläge

1) DIBT-Gerät / RLU

Es wurden extra Kaminöfen entwickelt, die unabhängig von den Druckverhältnissen der Raumluft sicher brennen. Raumluftunabhängig geprüfte Kaminöfen haben eine Zulassungs-Nr. des Deutschen Instituts für Bautechnik DIBT und müssen folgende Kriterien erfüllen:

• Sie müssen aufgrund ihrer Bauart gegenüber dem Aufstellungsraum bis 8 Pascal dicht sein, dass bei einem Unterdruck im Aufstellraum in der Feuerstätte keine Abgase in potenziell gefährlicher Menge in den Raum gelangen können

  • Sie müssen über einen Luftkanal direkt aus dem Freien oder aus dem LAS-Schornstein mit Verbrennungsluft versorgt werden
  • Sie müssen mit einer selbstschließenden Feuerraumtür ausgestattet sein.
  • Sie unterliegen jedoch einer regelmäßigen Wartung und Prüfung.


Dürfen auch raumluftabhängige Kaminöfen zusammen mit Lüftungsanlagen betrieben werden?

Laut Lüftungsnorm DIN 1946-6:2009-05 Tab.19-Auslegungs-Differenzdruck für Gebäude im Standardfall in Gleichung (13) ist der Lüftungsanlagenersteller dazu verpflichtet sicherzustellen, dass im Aufstellraum kein höherer Unterdruck als 4 Pascal entstehen können. Nach den Beurteilungskriterien des Schornsteinfegerhandwerks ist der gleichzeitige Betrieb von Kaminöfen in Wohnräumen mit Lüftungsanlagen möglich, wenn zusätzlich ein Druckwächter installiert wird oder eine Temperaturverriegelung beim Ofen erfolgt.


2) Druckwächter

Ein Druckwächter ist ein geprüftes, innovatives Steuerungsgerät, das den Betrieb von lufttechnischer Anlage und Feuerstätte optimal aufeinander abstimmt.


Beispiele:

Unterdruck Controller Leda LUC

Mittels eines neuartigen Messverfahrens koordiniert der LUC sowohl die Frischluftzufuhr, als auch die Feuerungsanlage. Eine dahinter liegende Elektronik versorgt den Benutzer auf einem Display mit allen relevanten Daten über den jeweils vorliegenden Zustand und behält die Sicherheit von Funktion und Betrieb im Auge. Sollte tatsächlich eine Gefährdungslage auftreten, handelt der LUC auf der Stelle: Die Lüftungsanlage wird selbsttätig abgeschaltet und auf diese Weise ein Ausströmen von Rauchgasen verhindert. Kosten ca. € 1.100,00 (zzgl. Kosten Einbau).Unsere Empfehlung.


Luftdruckwächter P4.

Dabei handelt es sich um eine intelligente, elektrische Steckdose die mit einem Differenzdruckschalter stromlos geschalten wird, wenn ein Unterdruck im Aufstellungsraum des Abluftgerätes von 4 Pascal gegenüber der Außenatmosphäre vorhanden ist. Über einen Luftschlauch (2x) strömt die Außenluft über einem Filter zum Differenzdruckschalter, der sich im Innenbereich des Gebäudes, zusammen mit der 220V-Steckdose im P4-Gehäuse befindet. Über Luftfilter (2x) strömt die Gebäude-Innenluft zum Druckschalter. Sinkt der Luftdruck der gemessenen Innenluft zur Außenluft um mehr als 4 Pascal, wird das zu betreibende Gerät spätestens nach 3 Minuten ausgeschaltet. Die Sensorik sowie die sicherheitsrelevanten Bauteile des Systems sind doppelt ausgeführt. Das Gerät arbeitet somit weitgehend selbstüberprüfend. Kosten ca. € 400,00 bis € 500,00 (zzgl. Kosten Einbau). Achtung: Dieses Gerät ist sehr druckanfällig, d.h. bei starkem Wind oder Türknallen kommt es u.U. oft zur Funktionsstörung.


3) Temperaturschaltung / -verriegelung beim Ofen

Ein Temperaturschalter ist ein Schalter, dessen Schaltzustand sich in Abhängigkeit von der Temperatur ändert. Damit erfolgt ein Öffnen oder Schließen des Stromkreises, wodurch sich z.B. der Prozess des Heizens beim Ofen stoppen lässt. Beim Anheizen registriert der Fühler einen Temperaturanstieg und schaltet die Lüftung aus. Nach vollständigem Abkühlen der Feuerstelle gibt der Schalter den Lüftungsbetrieb wieder frei.


Auf einen Blick

Zusammengefasst haben Sie bei einer Lüftungsanlage folgende Möglichkeiten:

  1. DibT-Gerät / RLU: raumluftunabhängige Betriebsweise mit Zulassung, Verbrennungsluftleitung nach außen, an den LAS-Schornstein oder an den Thermoluftzug (z.B. Schiedel)
  2. Standard-Feuerstätte mit raumluftunabhängiger Betriebsweise (raumluftabhängige Feuerstätte) mit Verbrennungsluftleitung nach außen oder LAS-Kamin -> Druckwächter ist vorgeschrieben.
  3. Standard-Feuerstätte mit raumluftabhängiger Betriebsweise (vom Aufstellraum) -> Druckwächter ist vorgeschrieben
  4. Standard-Feuerstätte raumluftabhängig oder unabhängig -> Temperaturverriegelung


Natürlich können Sie unsere Info auch einfach als pdf downloaden und ausdrucken.

 

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